| Die Schweiz hat in ihrer langen Geschichte viele große Schriftsteller hervorgebracht. Interessanteweise ist dabei das bekannteste literarische Werk über die Schweizer Geschichte, der Wilhelm Tell von Friedrich von Schiller von einem Deutschen geschrieben worden. Es geht jedoch zurück auf die Schweizerchronik, die Aegidius Tschudi im 16. Jahrhundert verfasste und für Schiller die wichtigste Quelle seines Dramas war. Insgesamt muss man sich darüber im Klaren sein, dass eine Abgrenzung der Schweizer Literatur von der deutschen nur aufgrund geographischer Kriterien gelingt. Literaturwissenschaftler sprechen daher lieber von einer deutschsprachigen Literatur.
Gerade aber die politischen und geographischen Besonderheiten waren es oft, die Schweizer Schriftsteller zu ihren Werken inspiriert haben. Einer, dem dies auf vorzügliche Weise gelungen, war Friedrich Dürrenmatt. So thematisierte er in einigen Arbeiten den Umstand, dass er als deutschsprachiger Schweizer im französischsprachigen Teil der Schweiz, in Neuchâtel, lebte und arbeite. In gewisser Weise war und ist die Schweiz so etwas, wie der Prototyp des modernen Europas, da dort seit vielen Jahrhunderten Menschen mit verschiedenen Sprachen friedlich zusammenleben. Auch wenn heute diese Erfahrung durch das grenzenlose Europa nicht mehr so einmalig ist wie noch vor einigen Jahrzehnten, löst sie doch bei Besuchern immer wieder ein gewisses Erstaunen aus. Der Person Dürrenmatt kann man im Centre Dürrenmatt in Neuchâtel auf die Spur kommen.
Eine andere literarische Lichtgestalt der Schweiz, Max Frisch, der mit "Homo Faber" zu Weltruhm gelang, setzte sich nicht nur in seinen Werken mit seinem Heimatland auseinander. Er verfasste zahlreiche Schriften, mit denen er sich in aktuelle Debatten einmischte. Als Beispiele seien "Achtung: die Schweiz" (1955) und "Schweiz ohne Armee? Ein Palaver" (1989) genannt. Gerade durch die Neutralität kam der Schweiz immer wieder eine Sonderrolle im internationeln Geflecht der Nationen zu, die von den Intellektuellen des Landes ständig hinterfragt wurde.
Ungeachtet aller literarischen Leistungen, die in der Schweiz entstanden sind, hat kein Werk das Bild der Schweiz mehr geprägt als die beiden Heidi-Bücher von Johanna Spyri. Sie entstanden in den Jahren 1880 und 1881. Die Bücher wurden mehrfach verfilmt und auch als Zeichentrickserie umgesetzt. Ganze Generationen von Kindern sind mit dem Alpöhi und dem Geißenpeter aufgewachsen. So sehr sich die Schweiz auch im letzten Jahrhundert verändert hat, so kann man sich doch auf Wanderungen in den Alpen sehr leicht in die Welt der Heidi hineinträumen und danach in einer der zahlreichen Almen einkehren, um eine Brotzeit zu genießen. |